Sommer 2004

Pässe und Patria Terme, Verona und Aida 

Obwohl der Tornadoschock uns noch fest im Griff hatte, wagten wir es: Wir wollten unseren Urlaub wie geplant in Venetien verbringen!

Fernpass, Timmelsjoch und Dorf Tirol bei Meran, Verona, Abano Terme, Padua und Venedig waren die Ziele.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Wir haben in Abano Terme ein Hotel gefunden, das wir nur jedem empfehlen können: das Hotel Terme Patria, nicht zu groß, sehr familiär, mit überaus freundlichen Menschen, einer guten Kurabteilung  und mit vielen speziellen Angeboten und Überraschungen.

Nach heißer, aber störungsfreier Fahrt machten wir Pause auf dem Fernpass mit Blick auf die Zugspitze und den Fernpass-See.

 

 

Nach einer ruhigen Übernachtung in einem Berggasthof in Nassereith ging es über das Timmelsjoch weiter nach Meran, genauer ins Dorf Tirol .

 

 

 

Leider regnete es bei der Abfahrt und die ersten Kilometer hingen schwere Wolken zwischen den Bergen.

Je höher wir kamen, desto besser wurde der Blick, bis wir schließlich auf der Passhöhe angekommen waren.

 

Hinauf war also kein Problem gewesen, aber hinunter wurden die Straßen schmaler, an einigen Stellen hatten Erdrutsche einen Teil der Straße mitgenommen, ... man war mit den Reparaturen beschäftigt.

 

In Dorf Tirol angekommen, erfuhren wir, dass unser Geheimtipp, die Pension von Frau Götsch, nicht in Dorf Tirol direkt sondern unterhalb zwischen zwei Burgen liege.

Wir sollen einfach den Gnaidweg nehmen, den auch die Einheimischen befahren. Wussten wir, dass dieser Weg noch schmaler und unwegsamer war als die Pässe? Aber wir schafften es und ein zauberhafter Blick über Meran war unser Lohn. Ein Frühstück mit Blick auf Meran schmeckt noch besser!

 

Vorbei an Meran und Verona sind wir gegen 11.30 Uhr in Abano Terme. Wo liegt unser Hotel? Der Hotelring soll angeblich sicher zu allen Hotels führen. Wir finden auch fast alle Hotels, aber nicht das Patria Terme. Wir fragen immer wieder, freundliche Menschen weisen uns Wege, bis zuletzt, in der Nähe des Municipio, eine Frau sagt: "200 Meter diese Straße hinunter, da liegt es rechts!!" Es ist mittlerweile 12.20 Uhr!       

 

Mittagessen gibt es von 12.30 Uhr bis 13.00 Uhr!

Dann aber schnell! Eine kurze Erfrischung im Zimmer, dann hinunter in den Speisesaal! Dort herrscht Flavio, der sofort auf uns zu kommt, aber nicht um uns einen Tisch anzuweisen, sondern um den Herrn darauf aufmerksam zu machen, dass kurze Hosen im Speisesaal nicht gerne gesehen werden! Die Hose ist knielang! Ausnahmsweise darf der Herr aber bleiben!

Wir lernen nette Menschen kennen und führen interessante Gespräche!

Romeo, Sänger und Ober und "unser" Musiker

 

Abano Terme

Einer der vielen Brunnen Duomo di San Lorenzo Piazza Caduti Piazza Colombo

 

 

Arqua Petrarca

ist eines der charakteristischen Städtchen in den Collis (Hügeln). Sie trägt auch den Beinamen die “Perle der Euganeischen Hügel”. Seit dem Mittelalter hatten sich dort Menschen angesiedelt und die Region wuchs zu einem wichtigen historischen Zentrum. Das Städtchen ist nach dem großen Dichter Arquà Petrarca benannt, der seine letzten Lebensjahre dort verbrachte. Touristen besichtigen die Grabstätte und das Geburtshaus des großen Dichters, das antike Oratorium S. S. Trinità bei der Loggia di Vicari und die Santa Maria Assunta Kirche. Das historische Zentrum kann sich vieler mittelalterlicher Wahrzeichen rühmen. Eine bemerkenswerte Anzahl der Anwesen geht auf die Epoche der venezianischen Herrschaft zurück. Zum Beispiel der antike handgearbeitete Brunnen. Er erhält Wasser aus vielen erlesenen Quellen. Die Rundbogen-Kirche S. Maria aus dem Jahre 600 n. Ch. stellt ein Kunstwerk des venezianischen Kirchenbauers Bonomo dar: die große Piazza mit dem heiligen Dom, in dem die Gebeine des Dichters “Canzoniere” in rotem Veroneser Marmor eingefasst sind. Das “Oratorio della Trinità” geht auf das 12. Jh. zurück. Im Circondario von Arquà wurde den ehrenhaften Bürgern und Kirchenvätern Denkmäler in Form von Statuen gesetzt.

Steiler Aufstieg vom Parkplatz bei 38 Grad. Noch höher ... Santa Maria Assunta Petrarcas1 Haus

Petrarcas Aussicht, sein Garten

 

 

Petrarcas Grabmal

 

1Francesco Petrarca, italienischer Dichter, * 20. 7. 1304 Arezzo, † 18. 7. 1374 Arquà, Padua; Sohn des aus Florenz verbannten Notars Petracco; studierte die Rechte, 1326 Geistlicher in Avignon, 1330-1347 im Dienst des Kardinals Colonna, lebte 1337-1349 meist zurückgezogen im Départment Vaucluse, in der Nähe von Avignon; daneben unternahm er zahlreiche Reisen als Diplomat; nach 1353 hielt er sich meist in Arqua in Italien auf, das nach seinem Tode den Namen Arqua Petrarca annahm. Den größten Ruhm erwarb sich Petrarca mit seinen Gedichten in italienischer Sprache; sie spiegeln die Liebe zu Laura wider (wahrscheinlich eine Frau de Sade, der er am 26. 4. 1327 begegnet war). Diese Gedichte verlassen den konventionellen Rahmen der Troubadour-Lyrik und des italienischen "Dolce Stil Nuovo"; sie drücken selbsterlebte und -erlittene Stimmungen und Gefühle aus. Petrarca beeinflusste  die gesamte Lyrik des 15. und 16. Jahrhunderts (Petrarkismus). Er stand schon zu Lebzeiten in höchstem Ansehen und wurde 1341 in Rom auf dem Kapitol zum Dichter gekrönt.

 

Padua

Padua wurde im 2. Jahrhundert v.Chr. erstmals urkundlich erwähnt als Municipium Patavitum. Im Mittelalter erfuhr die Stadt durch die Anwesenheit und die Begräbnisstätte des Hl. Antonius eine besondere Bedeutung.

Zentrum der Stadt ist die Piazza delle Erbe, ein vielbesuchter Marktplatz. Buntes Treiben unter der Woche wird von der Stille des leeren Platzes am Sonntag abgelöst. Die Scrovegni Kappelle besitzt einzigartige Fresken von Giotto, die mit den Arbeiten des Meisters in Assisi zu den bedeutendsten gotischen Fresken Italiens zählen. Weiterhin gibt es einige interessante Kirchen, Museen und Bauten in der Stadt: die Basilika der hl. Giustina, die Eremitani Kirche, die Wallfahrtskirche des hl. Leopolds, die Städtischen Museen Eremitani mit vorrömischen, römischen, altägyptischen und etruskischer Sammlung, das Antonius-Museen bei der Basilika des hl. Antonius u.a.m. Weite Bereiche der venezianischen Stadtmauer sind ebenfalls erhalten.

Auffallend sind die vielen Arkaden, die die Straßen begleiten. Man kann unter den Bögen im Sommer Schutz vor der Hitze und im Winter vor dem Regen finden. Ein besonderer Platz ist der Prato della Valle.

 

Die Basilika der Benediktinerabtei  Santa Giustina mit dem Grab des Heiligen Lukas.

 

Il Santo

Die Basilika des Heiligen Antonius von Padua. Das Berühren seines Sarkophags soll Segen bringen.

87 Statuen bedeutender Akademiker säumen den ovalen Platz. In der Mitte umfließt der von vier Steinbrücken überspannte Kanal eine kleine Insel.

 

Prato delle Valle

 

 

 

Arkaden schützen vor jedem Wetter. Caffè Pedrocchi, in dem sich seit 1831 traditionell Künstler und Intellektuelle treffen.
Einer der Innenhöfe der Universität von Padua, die Bó (Ochse) genannt wird. Piazza della Frutta und Il Salone               ( Palazzo della Ragione), das Rathaus von Padua.

 

Verona

Wenn der unsterbliche Shakespeare das schöne Verona auch nicht mit eigenen Augen gesehen hat , so hat er mit seiner Version der wohl bekanntesten - und tragischsten - Liebe der Literaturgeschichte doch das Bild Veronas in den Köpfen vieler Millionen Menschen geprägt.
Verona, Stadt des Mittelalters, Stadt der Renaissance, ist mit Sicherheit uralt. Die Ursprünge reichen weit über die römische Zeit zurück, in der das Gemeinwesen als Colonia Augusta Verona bekannt war. Die Hinterlassenschaften des antiken Imperiums lassen Verona bis heute zur "römischsten Stadt Italiens" (vor Rom selbst!) werden.
Im Mittelalter war die Stadt dann so etwas wie das Eingangstor der deutschen Herrscher nach Italien, wenn diese traditionell von Augsburg her über den Brenner zogen und in die Poebene hinabstiegen. Die Kontrolle über Verona war eine Überlebensfrage für die kaiserliche Herrschaft.
Selbstbewusstes städtisches Leben breitete sich in Verona wie auch anderswo in der Poebene vor allem im 11. und 12. Jahrhundert aus, wobei die Stadt meist auf Seiten des Kaisers gegen den Papst stand. Um die Mitte des 13. Jahrhunderts aber zwang der Tyrann Ezzelino da Romano, Schwiegersohn Kaiser Friedrichs II., sein Schreckensregiment auch dem einst freien Verona auf.
Mit dem Untergang Ezzelinos beginnt der Aufstieg des Patriziergeschlechtes der Scaliger oder della Scala in der Stadt Verona. Die Ermordung des Familienhauptes Mastino kann nicht verhindern, dass dessen Bruder Alberto I. della Scala 1277 nach der ganzen Macht greift. Er oder einer seiner Söhne war wohl auch der Stadtherr der Liebenden Romeo und Julia. Besonders sein jüngster Sohn Cangrande I. della Scala, gestorben 1329, ist es dann gewesen, der Verona zum politischen und als Gönner Dantes auch geistigen Zentrum Norditaliens machte.
Bald nach seinem Tod aber setzte der Niedergang der della Scala und ihrer Stadt ein, deren Herrschaftsgebiet zeitweise den größten Teil Nordostitaliens umfasste, wovon bis heute die faszinierenden Burganlagen von Sirmione und Malcesine am Gardasee künden.
In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts schmolz das Staatsgebiet Veronas in Kriegen mit Mailand und Venedig dahin. 1387 fiel die Stadt selbst und war fortan zum Dasein einer machtlosen, meist venezianischen Provinzstadt verdammt. 1815 wurde Verona österreichisch, seit 1866 gehört die Stadt zu Italien.

 

 

Arena di Verona Piazza Bra mit Bühnenrequisiten angeblich Julias Balkon, die Umgebung übersät mit Liebesschwüren Piazza Erbe, der Gemüse- und Obstmarkt

Der Markuslöwe wacht über die Piazza Erbe.

Piazza dei Signori

 

Torre dei Lamberti

die Skaligergräber

 

Unser Besuch in Verona galt aber nicht so sehr den Sehenswürdigkeiten als dem Besuch der AIDA in der Arena di Verona.
Wer auf den unnummerierten Steinstufen sitzt, muss schon sehr früh da sein, um einen guten Platz zu ergattern. Zu Beginn der Ouvertüre flammen einige tausend Kerzen in der Arena auf. Bühnenbilder und Choreographie sind beeindruckend. Auch wenn die gepolsterten Stühle hart  sind, die AIDA in der Arena ist ein unvergessliches Erlebnis.

 

Venedig ist eine Extraseite wert.